Die Antwort auf die Frage “Welches Buch hat dein Leben verändert?” zur Blogparade von Melanie minschtl® Hafner kam mir direkt: “Das Café am Rande der Welt. Eine Erzählung über den Sinn des Lebens.” von John Strelecky. Das ist vielleicht im ersten Moment ein bisschen klischeehaft – aber der große Erfolg spricht aus meiner Sicht dafür, wie nahbar und inspirierend die Geschichte geschrieben ist. Spoiler: auch alle anderen Bücher habe ich gelesen. Aber der Reihe nach: wie kam das Buch zu mir, was hat mich besonders daran berührt und wie hat es mein Denken und Leben verändert? Darüber schreibe ich in diesem Artikel.
Kurzantwort: : Ein Buch, das mein Leben verändert hat ist “Das Café am Rande der Welt. Eine Erzählung über den Sinn des Lebens.” von John Strelecky. Die Fragen und der Blick auf das Leben haben mein Denken auf den Kopf gestellt und mich dabei unterstützt, meine Ziele zu verfolgen.
Wie ich zum “Café am Rande der Welt” kam
Das Buch war ein Geschenk, das ich Ende 2017 erhalten habe. Zusammen mit einem wunderschönen selbstgemalten Bild mit dem Zitat “Jemand macht meinen Traumjob. Das könnte ebenso gut ich selbst sein. Jemand lebt mein Traumleben. Das könnte ebenfalls ich selbst sein.”
Ich war damals – wie der Protagonist, der gestresste Manager John – etwas orientierungslos. Ich fühlte mich noch nicht am richtigen Ort in meinem Job. Wollte mehr vom Leben und die Welt sehen. War unsicher, in welche Richtung es beruflich weiter gehen soll. Und dann lese ich in dem Buch die berühmten drei Fragen:
- Warum bist du hier?
- Hast du Angst vor dem Tod?
- Führst du ein erfülltes Leben?
Ja, warum bin ich eigentlich auf dieser Welt? Was ist meine Aufgabe? Angst vor dem Tod? Darüber habe ich nie nachgedacht. Und ein erfülltes Leben, das habe ich mir auch irgendwie anders vorgestellt.
Warum bin ich hier?
John landet zufällig in diesem ungewöhnlichen Café und wird in der Geschichte von den Mitarbeitenden begleitet,über sein Leben nachzudenken. Mit Perspektivwechsel, Geduld, Weisheit und Offenheit.
An einer Stelle heißt es “Sobald Sie sich die Frage stellen, wird die Suche nach einer Antwort zu einem Teil Ihres Daseins werden. Sie werden morgens mit dieser Frage aufwachen und es wird Ihnen während des Tages immer wieder durch den Kopf gehen.” (S.34)
So ging es mir auch. Ich habe nicht direkt Antworten auf die Fragen gehabt, aber es arbeitete in mir.
Warum bist du hier? Damals war ein Gedanke: “Damit ich Menschen beraten kann.” Ich habe einen klaren Blick, erkenne Zusammenhänge, bin empathisch, kann super analysieren. Beratung habe ich schon damals wenig als vorgefertigte Lösung, sondern als einen Prozess auf Augenhöhe gesehen. Das wolle ich tun. Und Wissen weitergeben. Es sollten möglichst viele Menschen von der Gewaltfreien Kommunikation und bindungsorientierter Erziehung erfahren. Meine Konsequenz: Ich habe meinen Job gekündigt und 2018 mein Masterstudium mit dem Ziel begonnen, im Anschluss als Lehrerin für Sozialpädagogik angehende Erzieher:innen auszubilden. 2021 wurde dieser Traum Wirklichkeit. Wie sich das verändert hat und was ich dann tat, liest du hier.
Wie will ich leben?
Daran schließt sich die Frage an, wie das Leben gestaltet sein soll. Arbeite ich nur, um Rechnungen zu zahlen und mir Dinge zu kaufen, die ich eigentlich gar nicht will, aber angeblich brauche, um glücklich zu sein? Kann ich erst in Rente wieder frei entscheiden, was ich mache? Wo bleibt die Leichtigkeit und Lebendigkeit bis dahin? Statt Dinge zu kaufen, sind Aktivitäten wertvoller. Was will ich wirklich tun? Diese Fragen haben meinen Blick auf die Arbeit verändert
Diese Gedanken, zusammen mit dem Grundsatz der Gewaltfreien Kommunikation und der Idee, dass es uns gut geht, wenn wir unsere Bedürfnisse erfüllen, haben mich vieles nochmal hinterfragen lassen.
- Fühle ich mich an meinem Arbeitsplatz wohl?
- Macht mir meine Arbeit Spaß?
- Habe ich Energie, nach der Arbeit noch das zu tun, was ich wirklich will?
- Braucht es eine Veränderung?
Auch der Gedanke, dass Arbeit leicht ist und man gar nicht in Rente gehen will, wenn man tut, was man liebt beschäftigt mich seit dem. Weiter geht es mit der Idee, dass man keine Angst vor dem Tod haben muss, wenn man das Leben führt, was man liebt und nichts verpasst oder auf später verschiebt.
Diese Ideen waren für mich damals so neu. Ich habe das Arbeitsleben immer als ein “muss” kennengelernt. Freizeit gab es ein bisschen am Abend. Man hat aufs Wochenende hingearbeitet. Dann Urlaube. Es wurde sich beschwert, wie viel zu tun ist und wie stressig die Arbeit ist. Blödsinnige Vorschriften, chaotische Chefs, unendlich wichtige Projekte. Und das sollte auch anders möglich sein? MIt wirklichem Spaß bei der Arbeit, so wie in der Geschichte beschrieben?
Die Entscheidung für das Studium war getroffen und hier auch ein Ziel, einen Arbeitsplatz zu haben, bei dem ich mich auf montags freue. Und mein Leben zu genießen. Ich hatte fast vergessen, wie gerne ich nähe. Ich habe wandern für mich entdeckt und bin im Harz auf Stempelsammlung gegangen. Ich habe während des Studiums als Dozentin gearbeitet.
Ich habe mein Schicksal selbst in die Hand genommen und angefangen, mir das Leben aufzubauen, das ich führen will. Mittlerweile sehe ich durchaus auch Grenzen in “du kannst alles schaffen, was du willst” und gehe mit diesem Blick auch in meine Coachings. Doch der Kern ist für mich Selbstwirksamkeit und die zu stärken ist für mich wesentlich.
Wie es nach “dem Café am Rande der Welt” für mich weiter ging
Wie anfangs erwähnt, habe ich sämtliche Bücher von John Strelecky. Ich habe meine Big 5 for Life, die 5 großen Lebensziele, formuliert. Eines war eine eigene Beratungspraxis. Mit meiner Selbstständigkeit lebe ich dieses Ziel jetzt täglich. Ich freue mich auf montags, ich leben in meinem Rhythmus, ich habe Energie und fühle Sinn in dem was ich tue.
Auch das Kartenset ist mein Begleiter im Alltag. Wenn ich zweifele, wenn das Leben anstrengend ist, wenn ich nicht weiter weiß oder einfach mal zwischendurch ziehe ich eine Karte. Und dann werde ich daran erinnert, auf mich zu hören, an mich zu glauben und mein Leben zu gestalten. Heute hilft mir auch die Hypnose dabei. Ich verbinde mich mit meinem Herz, meinen Zielen, schaue meine Zweifel an und kann die stärkenden Sätze für mich auf einer tieferen Ebene als nur den Gedanken nutzen.
John Streleckys Geschichten finde ich auch deshalb so faszinierend, weil sie mit starken Bildern arbeiten und kraftvolle Gedanken nutzen. Das ist auch genau der Ansatz in meinen 1:1 online Hypnose-Coachings.
Ein wunderbares Bild im Buch ist das der Meeresschildkröte. Sie passt ihre Bewegungen dem Wasser an. Go with the Flow. Nicht dagegen die Wellen schwimmen, sondern die Energie nutzen und sich tragen lassen. Es darf leicht sein. Und ich darf gucken, was jetzt gerade möglich ist. Wie kann ich mich von den Umständen tragen lassen und sie für mich nutzen statt dagegen zu arbeiten?
Die drei zentralen Fragen
- Warum bist du hier?
- Hast du Angst vor dem Tod?
- Führst du ein erfülltes Leben?
bewegen auch nach vielen Jahren weiter etwas in mir und helfen dabei, mich immer wieder neu auszurichten. Denn ich habe auch gelernt, dass sich Träume und Umstände manchmal verändern. Ich weiß heute mehr denn je, warum ich hier bin. Und ein erfülltes Leben ist weiter mein großes Ziel – für mich und für meine Klientinnen.
2 Kommentare
Liebe Lisa,
wie schön, deine Geschichte zu lesen, inspiriert, durch dieses eine Buch! Du könntest fast ein eigenes darüber schreiben…
Ich freue mich jedenfalls sehr, dass du zu dir und deinen Wünschen gefunden hast und dafür losgegangen bist. Die drei zentralen Fragen bewegen auch in uns etwas. Eigentlich können wir sie uns jeden Tag aufs Neue im Kleinen stellen.
Ich habe mir erlaubt, dich in meinem Beitrag zur Blogparade zu verlinken:
https://weitgluecklich.com/buch-meines-lebens/
Alles Gute für dich
Jenny
Liebe Jenny,
danke dir für deine Rückmeldung und die Verlinkung!
Und ich bin ganz bei dir: die Fragen sind nichts, was einmalig beantwortet wird sondern tauchen immer wieder auf.
Liebe Grüße
Lisa