Ein Moment, in dem ich mich für mich entschieden habe: Wenn aus dem Traumjob ein Albtraum wird

Ein Moment, in dem ich mich für mich entschieden habe Wenn aus dem Traumjob ein Albtraum wird. (1)

Im November 2025 habe ich meinen einstigen Traumjob gekündigt. Ich habe Jahre darauf hingearbeitet, als Lehrerin zu arbeiten. Ich liebe es, Wissen weiterzugeben und Menschen beim Wachsen zu begleiten. Und trotzdem ging es mir nach einem Schulwechsel nicht gut damit. Migräne und Erschöpfung waren meine ständigen Begleiter. Mein Körper hat mir deutlich gezeigt: so nicht (mehr). Wie ich es geschafft habe, meinen einstigen Traumjob loszulassen und mich wieder neu für mich zu entscheiden, erfährst du in diesem Blogartikel. 

Schule spielen, Nachhilfe geben, Lehrerin sein

Ich hatte schon immer viele Interessen und konnte mir die unterschiedlichsten Jobs vorstellen. Alle verbindet, dass es darum geht, Menschen beim Wachsen zu begleiten, Wissen zu vermitteln und zu Beraten. Lange war mein großes Ziel, Kinder bestmöglich in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Daher war der Job als Lehrerin, in dem ich angehende Erzieher:innen ausbildete, perfekt: Wissen vermitteln und neue, motivierte Fachkräfte in den Beruf begleiten. Schon als Kind habe ich gerne Schule gespielt, später Nachhilfe gegeben und während meines Studiums Workshops gegeben, um Unterrichtserfahrung zu sammeln. Mein schwierigster Schritt war dann mir selbst einzugestehen, dass mein einstiger Traum sich zum Albtraum entwickelt hatte. Das kam schleichend und es haben sich verschiedene Aspekte so verwoben, dass für mich klar war: diesen Job muss ich loslassen. 

Wie ich auf mich gehört habe: Mit Hypnose auf dem Weg eine neue Lösung zu finden

Im Dezember 2023 habe ich mit Hypnose begonnen, mit meiner Migräne zu arbeiten. Im Februar 2024 hatte ich zum ersten Mal ein klares Bild davon, was es braucht, damit es mir besser geht. Dass das nun so gar nicht in meine eigene Vorstellung passte, machte es nicht einfacher. Von daher brauchte mein Körper noch viel Überzeugungsarbeit, um mir klar und deutlich zu sagen: du musst was ändern.

Hypnose hat mich dabei unterstützt, an diesen Widerständen und Ängsten zu arbeiten. Meiner Migräne zugehört. Situationen aus dem Alltag betrachtet, auf unbewusster Ebene meine Rolle und mein Empfinden als Lehrerin angeschaut. Ich habe mit Anteilen, die so gar nicht einsehen wollten, dass es eine Veränderung braucht, verhandelt und geguckt, worum es ihnen geht. Stück für Stück habe ich mich noch besser kennengelernt. 

Und ich habe ein kraftvolles Bild meines neuen Ziels entwickelt: als Hypnose-Coachin Frauen dabei zu unterstützen, sich aus ihrer Daueranspannung zu lösen. Das hat Mut gemacht, den Schritt am Ende auch wirklich zu gehen. Der Wunsch einer eigenen Praxis war seit meiner Kindheit in mir und stand schon 2016 auf meinem Berufs-Vision-Board. In über 11 Jahren habe ich täglich Menschen in ihren Entwicklungsprozessen begleitet. Ich habe also keine 180 Grad Drehung gemacht, sondern meine Fähigkeiten genutzt, um den für mich besten Schritt zu machen. Es war aber auch ein langer, intensiver Trauerprozess. Denn an diesem Job hing ein Großteil meiner Identität und ich hatte, als ich ihn startete, nicht den Plan, ihn wieder ganz aufzugeben. 

Wie komme ich zu dem Zugeständnis, auf mich zu hören? 

Alles, was wir tun, trägt dazu bei, uns zu schützen und unsere Bedürfnisse zu erfüllen. Das ist der Ansatz der Gewaltfreien Kommunikation bzw. dem humanistischen Menschenbild. Diese Haltung ermöglicht mir einen weichen Blick auf mich und das Verhalten anderer Menschen. Der Haken: Diese Bedürfnisse können sich manchmal ergänzen, manchmal prallen sie aber auch aufeinander. In meinem Fall war da ganz präsent das Bedürfnis nach Sicherheit (Hallo, gut bezahlter Job im öffentlichen Dienst mit Betriebsrente!) mit dem nach Freiheit, Selbstbestimmung und Leichtigkeit. Ich habe mir genau aufgeschrieben, welche Bedürfnisse mir in meinem Schuljob erfüllt und auch nicht erfüllt sind. 

Diese Auflistung habe ich mir immer, wenn Zweifel kamen, wieder angeschaut. Das hat mir auf der bewussten Ebene geholfen, mich mit der Kündigung auseinanderzusetzen. Habe genau hingeschaut, wo ich herkam und was ich brauche. Denn auch heute kommt die Trauer oft noch vorbei. Und dann schaue ich sie an und gucke auf das, was mal war. So merkt man manchmal erst mittendrin, dass die Vorstellung und Erinnerung nicht mehr der Realität entspricht. Und darf dann neu entscheiden: was brauche ich jetzt. Was ist hier und heute, im Blick auf meine Zukunft, entscheidend? Nicht, was nicht sein sollte, sondern was unter Berücksichtigung aller Aspekte jetzt möglich ist. 

Aber kann man nicht auch einfach an der Situation was ändern? 

Wenn jemand sagt: “Das geht nicht!” Frage ich meist: “Warum nicht?” Ich hinterfrage, suche nach Konsens und Lösungen. Und ich habe lange versucht, daran zu arbeiten, wie ich die Situation und die Arbeit sehe. Dankbarkeit für den Job, in den Pausen Atemmeditation genutzt, um Entspannung ins System zu bringen, mein Growth Mindset gestärkt: Ja, ich schaffe Dinge, ich kann Dinge lernen. Ich vertraue auf mich. Aber manchmal reicht das alles nicht und die Rahmenbedingungen passen nicht. Sie können auch nicht immer passend gemacht werden. Und dann heißt es: loslassen. 

Als ich mich für das geöffnet habe, was kommen kann, änderte sich auf einmal mein ganzes Empfinden. Ich war wieder zuversichtlich, ich war freundlicher zu mir, ich hatte weniger Migräne, konnte besser schlafen, war weniger gereizt. Mein Körper hat aufgeatmet und mir gezeigt: ich bin jetzt auf dem richtigen Weg. 

Was sagen denn die Leute dazu?

Meinen Job zu kündigen war eine Entscheidung, die in erster Linie nur mich betraf. Auch wenn wir 150% auf der Arbeit geben: Angestellte werden schnell ersetzt und von daher braucht es auf der Seite keine Abwägung. Ein Gespräch zur Klärung, ob und wie die Rahmenbedingungen angepasst werden könnten, gab es – und es hat meine Annahmen bestätigt. 

Ich habe natürlich trotzdem vieeeeele Menschen gefragt, was sie denken. Ob ich etwas übersehe, ob sie eine andere Idee haben, was ich bedenken sollte… Am Ende habe ich die Entscheidung jedoch für mich getroffen und abgewägt. Und es war bei all der Trauer eine große Klarheit in mir, dass die Kündigung mein nächster Schritt sein wird. 

Die Reaktionen in meinem Umfeld waren unterschiedlich. Alle Selbstständigen sagten “Ich habe den Schritt in die Selbstständigkeit nie bereut. Es bringt so viele Vorteile!” Angestellte haben mir zum Mut gratuliert. Und ja, es braucht eine Menge Mut. Daran erinnere ich mich auch jeden Tag. Und gleichzeitig weiß ich: es gab keine Alternative. 

Fazit: Was es braucht, um sich für sich zu entscheiden

Rückblickend brauchte ich für den Moment, in dem ich mich zur Kündigung und somit final für mich entschieden habe, viele kleine Schritte. Alle zusammen haben mich dazu gebracht, diese Entscheidung zu treffen.  

Auf dem Weg dorthin haben mich begleitet:

  • alle Gefühle fühlen, die auftauchen, insbesondere Trauer über einen verlorenen Traum
  • Mut Entscheidungen zu treffen
  • Vorstellungskraft einer Zukunft, in der es mir gut geht und ich mich mit allem einbringen kann, was ich mitbringe
  • neue Ziele, die sich natürlich im Laufe des Lebens verändern dürfen 
  • meine Bedürfnisse immer wieder ansehen und gucken, was zukünftig wichtig ist
  • Zeit zum Trauern, Abschied nehmen und alle Möglichkeiten zu betrachten
  • gute und qualifizierte Begleitung mit Hypnose, sodass ich neben einem klaren Blick von außen immer wieder die Verbindung zu mir gefunden habe und so den nächsten Schritt gehen konnte. Genau diese Unterstützung biete ich jetzt in meinem 1:1 Hypnose-Coaching.

Ich wusste am Ende auch: Ich habe alle möglichen Lösungsmöglichkeiten durchdacht und angesprochen. Und mit jedem Gedanken an die Schule hat sich in mir wieder alles zusammengezogen, wodurch mein Körper wieder gezeigt hat: so bitte nicht mehr. Hier habe ich intensiv die Verbindung zwischen Kopf und Körper gespürt.

Die Entscheidung zur Selbstständigkeit hat in mir so viel Energie freigesetzt wie schon lange nicht mehr. Ich freue mich auf auf meine Arbeit. Ich ziehe Kraft aus ihr statt mich auslaugen zu lassen. Auch das sind für mich Zeichen, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. 

Dies ist mein Beitrag zu meiner Blogparade “Ein Moment, in dem ich mich für mich entschieden habe”. Sie läuft bis zum 02.08.2026. Ich freue mich sehr, wenn du in diesem Rahmen deine Geschichte teilst, wann du dich für dich entschieden hast. Hier findest du alle Infos dazu. 

Klicke auf das Bild um alles über die Blogparade zu erfahren.

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